Lepel'sches Gutshaus auf dem Gnitz nach Restaurierung wiedereröffnet

Während das Gutshaus ökologisch saniert und denkmalgerecht in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde, handelt es sich bei der Gutsschänke um einen Neubau auf dem Keller der erst in den 1960er Jahren erbauten Kindertagesstätte. In der äußeren Form ähnelt das Gebäude zwar dem Vorgänger, doch wurden ausschließlich baubiologische Materialien verwendet. Die Außenwände und das Dach bestehen aus Holzrahmen, die mit Zellulose gedämmt sind. Die Wände sind von außen mit einem Mineralputz versehen, während innen ein auf Schilfmatten aufgebrachter Lehmputz für ein angenehmes Raumklima sorgt. Für die Terrasse und die ungeschützten Bauteile im Außenbereich wurde das Holz der europäischen Lärche verwendet.

Familie Ziegler vor der neu eröffneten Gutsschänke.Familie Ziegler vor der neu eröffneten Gutsschänke.Wie das Gutshaus wird auch der Neubau von einem zentralen Holzvergaserofen, der mit Stückholz befeuert wird, geheizt. Damit werden beide Gebäude mit Warmwasser versorgt und geheizt. Wie Bau- und „Guts“herr Claus Christoph Ziegler in seiner Begrüßungsrede betonte, bezieht das als Pension betriebene Gutshaus seit April 2007 Ökostrom von einem Anbieter, der als einziger Ökostromlieferant ganz auf Kohle- und Atomstrom verzichtet.

Gab es beim dreitägigen Eröffnungsfest im Lokal noch konventionelle Biere und Speisen, soll dies ab 1. Juli anders werden. Dann wird auch der blaue Dunst aus dem baubiologischen Raum verschwunden sein. Denn laut Ziegler soll hier eine Nichtrauchergaststätte entstehen. Noch habe er allerdings keinen Pächter für die Gastronomie gefunden, weshalb er sie "erstmal in eigener Hand behalten" werde. Ziegler hofft auch, dass der hohe, an ein Kirchenschiff erinnernde Innenraum, als Tagungsstätte angenommen wird. Neben Tagungen sollen aber auch kulturelle Veranstaltungen das Anwesen mit Leben erfüllen.

Gutsanlage prägt noch heute das Ortsbild

In die nun abgeschlossenen Um- und Neubauarbeiten flossen rund 1,7 Mio. Euro. 49 Prozent der Nettoinvestitionen konnte der Bauherr über den EFRE-Fonds aus dem Sonderprogramm zur Erhaltung von Gutshäusern, Herrenhäusern und Schlössern kofinanziert bekommen. Die Wichtigkeit der Landesförderung machte bei der Eröffnung am Freitag auch Minister Ebnet deutlich: "Die Gutsanlage Neuendorf prägt noch heute den 'Gnitz' und das Ortsbild", so der Bauminister. "Mit der sorgfältigen Sanierung und dem Ersatzneubau ist der historische Mittelpunkt der Gemeinde erhalten und wiederbelebt worden. Besonders für die nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums ist der Erhalt von Herrenhäusern und Gutsanlagen wichtig."

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Berichtet am:
8. September 2010 - 16:50